Grundlegend kann jeder in die private Krankenversicherung (PKV) eintreten, der bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Fast ohne Voraussetzung in eine PKV eintreten können Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Studenten. Ausnahmen gibt es für freiberuflich bzw. selbstständig tätige Publizisten, Künstler, Gärtner und Landwirte. Diese unterliegen der Versicherungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung. Für diese Berufsgruppe gelten die gleichen Voraussetzungen wie für Angestellte.

Versicherungspflichtgrenze für Angestellte

Angestellte können in die PKV wechseln, wenn ihr jährliches Bruttoeinkommen über der Jahresentgeltgrenze (JAEG) bzw. der Versicherungspflichtgrenze liegt. Die Versicherungspflichtgrenze wird jedes Jahr neu festgelegt und orientiert sich am durchschnittlichen Bruttoeinkommen eines Jahres.

Höhe der Versicherungspflichtgrenze 2012 – 2016

  • 2016: 56.250 Euro
  • 2015: 54.900 Euro
  • 2014: 53.550 Euro
  • 2013: 52.200 Euro
  • 2012: 50.850 Euro

Das Einkommen muss mindestens ein Jahr lang oberhalb der Versicherungspflichtgrenze erwirtschaftet worden sein. Wer also beispielsweise nach einer Gehaltserhöhung mehr verdient und in die PKV wechseln möchte, muss sich ein Jahr lang gedulden.

In die Berechnung des Bruttojahresentgeltes fließen unterschiedliche Faktoren ein:

  • Lohn / Gehalt, auch aus Zweitbeschäftigung
  • Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld
  • Pauschale für Überstunden
  • Sachbezüge
  • Vermögenswirksame Leistungen

Nicht berücksichtigt werden:

  • Überstunden, die über die Pauschale hinausgehen
  • Pauschal besteuerte Beiträge
  • Familienzuschläge

Gesundheitsüberprüfung als PKV Voraussetzung




Im Regelfall wird vor der Aufnahme in eine PKV eine Gesundheitsüberprüfung durchgeführt. Hierbei wird die gesundheitliche Situation des Antragstellers untersucht. Der Gesundheitszustand beeinflusst die Höhe der Beiträge. Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen werden oftmals nur in die PKV aufgenommen, wenn sie bereit sind, einen Risikozuschlag zu zahlen. In manchen Fällen, beispielsweise bei schweren chronischen Krankheiten, darf die PKV die Aufnahme sogar gänzlich verweigern.

Normalerweise erfolgt der Gesundheitscheck in Form eines Fragebogens, der wahrheitsgetreu ausgefüllt werden muss. Macht man falsche Angaben oder verschweigt eine Vorerkrankung, kann die Versicherung den Versicherungsschutz einseitig aufkündigen. Gelegentlich kann es auch dazu kommen, dass der Gesundheitszustand durch einen Arzt des Versicherungsanbieters überprüft wird. In der Regel wird die Gesundheitsprüfung nur einmal durchgeführt. Die meisten Anbieter bieten die Möglichkeit, später den Tarif zu wechseln, ohne einen erneuten Gesundheitscheck absolvieren zu müssen. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch unter privatekrankenversicherungtests.de/pkv-voraussetzungen/

Voraussetzungen PKV für Kinder

Eltern haben die freie Wahl, ob sie ihre Kinder gesetzlich oder privat krankenversichern. Besondere Voraussetzungen gibt es kaum. Die meisten privaten Krankenversicherungsanbieter bieten besonders günstige Tarife für die Versicherung von Neugeborenen an und verzichten sogar auf die Gesundheitsprüfung.

Für verheiratete Eltern, die beide gesetzlich krankenversichert sind, ist eine private Krankenversicherung für ihr Kind möglich, aber nicht immer sinnvoll, da das Kind in diesem Fall kostenlos in der Familienversicherung versichert werden kann. Eine private Krankenversicherung kann lohnend sein, wenn man besonders umfangreichen Versicherungsschutz für sein Kind haben möchte und es sich finanziell leisten kann.

Andersherum verhält es sich gegenteilig. Sind beide Elternteile privat krankenversichert, kann das Neugeborene nicht von der gesetzlichen Familienversicherung profitieren. Üblicherweise wird das Kind ebenfalls privat krankenversichert. Dank des niedrigen Einstiegsalters ist die PKV für Neugeborene in der Regel äußerst günstig. Neugeborene müssen in die PKV aufgenommen werden, wenn der Versicherungsschutz während der ersten beiden Monate nach der Geburt beantragt wird. Während dieser Phase spielt der Gesundheitszustand des Babys keine Rolle.

Ist ein Elternteil privat und der andere gesetzlich krankenversichert, hängt die Wahl der Krankenversicherung vom Einkommen der Eltern ab. Üblicherweise werden Kinder bei der Versicherung des Elternteils mit dem höheren Einkommen versichert. Ist die gesetzlich krankenversicherte Person der Großverdiener, kann das Baby in die Familienversicherung aufgenommen werden, ansonsten erfolgt die Versicherung über den Elternteil mit der PKV. Es sei denn, der privat versicherte Elternteil unterschreitet die Versicherungspflichtgrenze. Dann kann das Kind einkommensunabhängig auch in der gesetzlichen Familienversicherung krankenversichert werden.

Wechsel in die PKV: Formalitäten




Der Wechsel in die PKV ist problemlos möglich, wenn die Voraussetzungen gegeben sind und die Fristen eingehalten werden. Zunächst sollte man einen PKV Vergleich durchführen, um den für sich individuell besten PKV Tarif zu ermitteln. Anschließend stellt man einen Antrag auf Versicherungsschutz bzw. fordert die notwendigen Unterlagen an.

Diese werden ausgefüllt und zusammen mit möglicherweise benötigten Dokumenten zurück an die Versicherung geschickt. Dort wird der Antrag geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung bekommt man die Aufnahmebestätigung zugeschickt, welche man zusammen mit der formlosen Kündigung bei der gesetzlichen Krankenkasse einreicht. Selbstverständlich gilt hier die gesetzliche Kündigungsfrist von zwei Monaten, sofern man bereits 18 Monate lang Mitglied der GKV war.

Weitere Infos zum Thema:

http://www.pkv-private-krankenversicherung.com/voraussetzungen/