Kosten einer privaten Krankenversicherung

Die Beiträge einer privaten Krankenversicherung (PKV) richten sich nach Beruf, Alter und möglicher Vorerkrankungen des Versicherten. Weiterhin besteht die Möglichkeit, vergleichbar mit einer Kaskoversicherung bei Kraftfahrzeugen, durch eine Selbstbeteiligung Beiträge zu sparen. Aufgabe der PKV ist der Risikoausgleich zwischen Kranken und Gesunden innerhalb einer Gemeinschaft. Jedes Mitglied zahlt im Laufe seiner Versicherungszeit die Beiträge in die PKV ein, die der Höhe seiner medizinischen Versorgung während des Lebens entsprechen.

Der Beitrag setzt sich aus dem Risikoanteil zur Finanzierung der Krankheitskosten, den Kosten und Margen der Versicherung und einem Sparanteil zusammen. Der Sparanteil hat den Zweck, Beiträge im Alter nicht überheblich steigen zu lassen. Eine PKV unterliegt keinem Abschlusszwang, sodass sie sich die Vertragspartner aussuchen kann. Die Kosten sind somit in der Regel deutlich niedriger, als die in einer gesetzlichen Krankenversicherung. Allerdings können diese Kosten bei Familien wiederum deutlich höher sein, weil jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag abschließen muss.

Kostenstruktur der PKV

Die Kosten für die PKV können stark variieren und hängen von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören das Alter, der Gesundheitszustand und die Berufsgruppe des Versicherungsnehmers. Weiteres Kriterium ist der gewünschte Umfang der Leistungen, zu denen zum Beispiel die Höhe einer Selbstbeteiligung, die Gewährung von Zuschüssen und Zahlung eines Krankenhaustagegeldes gehören. Demnach sind die anfallenden Kosten für eine PKV von Person zu Person sehr unterschiedlich. Ein männlicher Musterkunde mit einem Lebensalter von 35 Jahren muss, je nach Tarif, mit einem monatlichen Beitrag in Höhe von 200,00 und 400,00 Euro rechnen. Vereinbart er einen Selbstbehalt in Höhe von zum Beispiel 600,00 Euro, kann der zu zahlende Betrag deutlich sinken. Frauen müssen in vielen Fällen zwischen 100,00 und 150,00 Euro mehr an Beitrag zahlen. Ein fünfundvierzigjähriger Mann, der in eine private Versicherung einsteigt, muss monatlich zwischen 250,00 und 500,00 Euro zahlen. Der Beitrag für eine fünfundvierzigjährige Frau liegt hingegen zwischen 250,00 und 500,00 Euro. Kostenersparnis durch Altersrückstellungen

In der PKV sind seit dem 1. Januar 2000 Altersrückstellungen gesetzlich vorgeschrieben. Seit dem Jahr 2000 werden daher bei Neuverträgen 10 Prozent auf die Beiträge aufgeschlagen, wodurch Rückstellungen für das Alter gebildet werden sollen. Dadurch sollen die Beiträge bei zunehmendem Lebensalter konstant bleiben. In jüngeren Jahren wird ein Aufschlag erhoben, damit die Versicherungsleistungen bei zunehmendem Alter der Versicherungsnehmer finanziert werden können.

Wechselt ein Versicherungsnehmer zu einer anderen PKV, können die Altersrückstellungen zwar mitgenommen werden, sind aber mit einem deutlichen Abschlag versehen. Erfolgt eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung, gehen die Altersrückstellungen ganz verloren.

Gegenwärtig existieren bei den Versicherern Altersrückstellungen in Höhe von über 170 Milliarden Euro, die sogar dazu führen können, dass mit zunehmendem Alter die Versicherungsbeiträge nicht steigen, sondern sogar sinken könnten.

Beiträge für Kinder in der privaten Krankenversicherung

Ist der besser verdienende Elternteil in der PKV, sind verheiratete Eltern verpflichtet, ein Kind bei der gleichen Versicherung zu versichern. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung müssen auch in der PKV Versicherungsbeiträge für Kinder gezahlt werden. Jedoch gibt es spezielle Familientarife, bei denen ein Kinderbeitrag gering ausfällt. Auch richtet sich die Höhe eines Kinderbeitrages nach dem Alter, dem Gesundheitszustand des Kindes und dem gewählten Tarif.

Einsparungspotenzial durch günstige Beiträge

Das Motiv, in eine PKV zu wechseln, besteht bei vielen in der erhoffen Einsparung von Geld. Allerdings ist ein mögliches Sparpotenzial mittlerweile erheblich geschrumpft. Seit 2012 sind Unisex-Tarife Pflicht und haben die PKV vor allem für Männer deutlich verteuert.

Die Berufsgruppe, für die sich eine PKV regelmäßig eignet, sind die Beamten. Beamte besitzen einen Beihilfeanspruch, bei denen der jeweilige Dienstherr sich an den Kosten beteiligt. Beamte gehören daher regelmäßig einer PKV an. Für andere Berufsgruppen stellt sich jedoch die Frage, ob sich zum Beispiel ein Wechsel von der gesetzlichen Krankenversicherung zur PKV lohnt. Der Arbeitgeberanteil beteiligt sich bei Arbeitnehmern, die sich privat versichern, bis zur Hälfte der monatlichen Beiträge.

Eine entscheidende Größe ist die Beitragsbemessungsgrenze. Dabei handelt es sich um den Grenzwert, bis zu dessen Höhe das Einkommen bei einer Beitragsberechnung herangezogen wird. Ein Verdienst, das über dieser Grenze liegt, ist beitragsfrei. Die Beitragsbemessungsgrenze beträgt 2016 4.237,50 Euro monatlich.

Kostenerstattung durch private Versicherung

Erfolgt die ambulante Behandlung durch einen Arzt, Zahnarzt oder Heilpraktiker, erhält der Versicherte eine Rechnung, die in der Regel eine Zahlungsfrist von vier Wochen beinhaltet. Der Versicherungsnehmer begleicht die Rechnung direkt an den Arzt. Die Rechnung wird dann bei der Versicherung eingereicht, wobei dieser die Behandlungskosten auf das Konto des Versicherungsnehmers überweist. Kosten für Medikamente müssen sofort in der Apotheke gezahlt werden. Die Quittungen werden ebenfalls bei der Versicherung eingereicht. Wird eine Krankenhausbehandlung erforderlich, reicht der Versicherungsnehmer eine Klinik-Card ein, auf der sich Angaben über die Leistungen des Vertrages befinden. Der Patient erhält dann zum Beispiel das gewünschte Einbettzimmer oder die Chefarztbehandlung. In der Regel rechnet ein Krankenhaus die Kosten direkt mit der PKV ab. Sollte eine extrem hohe Rechnung für eine medizinische Behandlung anfallen, kann der Versicherungsnehmer an die Versicherung wenden und um eine Lösung bitten.