Auswandern nach Dänemark

Dänemark gehört nicht nur wegen seiner wunderschönen Natur zu den beliebtesten Zielen für deutsche Auswanderer. Es gibt viele Jobangebote, die gut bezahlt werden, ein vorbildliches Schulsystem sowie ein großes Angebot von bezahlbaren Immobilien. Zwar ist die Wirtschaftskrise auch an Dänemark nicht spurlos vorübergegangen, Fachkräfte werden jedoch nach wie vor händeringend gesucht. Mit kostenlosen Sprachkursen fördert der Staat die Integration von ausländischen Arbeitskräften.

Wirtschaftliche Lage und Arbeitsmarkt in Dänemark

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist die Wirtschaftslage in Dänemark sehr stabil. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,7 Prozent (April 2015) und damit deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Die Aussichten auf einen Job sind in Dänemark sehr gut.
Das Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation wirbt auf seiner Webseite speziell um Bewerber aus dem Ausland.

Kennzeichnend für die dänische Wirtschaftslandschaft sind mittelständische Industrie und Dienstleistungsunternehmen mit einer hohen Spezialisierung. Zu den bekanntesten Technologiefirmen gehören Novo Nordisk, Bang & Olufsen oder Rockwool. Dazu kommen eine Reihe von weltweit tätigen Unternehmen aus den Bereichen Schifffahrt, Nahrungsmittel und der Pharmazie. Eine wichtige Rolle spielt auch der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Tourismusbranche. Zu den Berufsgruppen mit besonders hohen Chancen auf dem Arbeitsmarkt gehören:

  • Ärzte und Pflegekräfte
  • Biologen und Chemiker
  • IT-Spezialisten
  • Ingenieure
  • Architekten
  • Handwerker
  • Hotel- und Gastronomiefachkräfte

Der dänische Arbeitsmarkt ist sehr flexibel und unterscheidet sich teilweise deutlich von dem in Deutschland. Praktiziert wird das Arbeitsmarktmodell  „Flexicurity” welches eine hohe soziale Absicherung mit einem relativ geringen Kündigungsschutz kombiniert. Die Regelarbeitszeit liegt bei 37 Stunden pro Woche, wobei ein hohes Maß an Kinderfreundlichkeit für flexible Arbeitszeiten sorgt. Das Arbeitsklima in den Unternehmen kann als informell und teamorientiert bezeichnet werden. Hierarchien und Konkurrenzkämpfe spielen eine untergeordnete Rolle. Wichtiger sind Teamfähigkeit und ein gutes Miteinander.

Wie sehen die Löhne und Gehälter in Dänemark aus?

Einen gesetzlichen Mindestlohn gibt es in Dänemark nicht. Löhne und Gehälter werden in der Regel über Tarifverträge geregelt. Das Lohnniveau ist im Vergleich zu Deutschland deutlich höher, allerdings hat Dänemark die höchste Quote an Steuer- und Sozialabgaben aller Industrieländer. Der Steuersatz liegt bei mindestens 30 Prozent.

Mit einem monatlichen Einkommen von bis zu 55.000 DK (rund 7.500 Euro) zählen Ärzte und Ingenieure zu den Spitzenverdienern in Dänemark. Der landesweite Durchschnittsverdienst liegt bei etwa 27.000 DK (3.600 Euro). Bei ungelernten Arbeitskräften fällt das Monatsbruttoeinkommen um etwa 500 Euro niedriger aus.

Generell fallen die Löhne in der Hauptstadt Kopenhagen und größeren Städten wie Aarhus oder Odense etwas höher aus. Dafür muss in diesen Gegenden auch mit höheren Lebenshaltungskosten gerechnet werden. Wer das gesamte Vorjahr in fester Anstellung gearbeitet hat, kann auf mindestens fünf Wochen bezahlten Urlaub hoffen.

Kosten für eine Wohnung in Dänemark




Die große Mehrheit der Dänen wohnt in den eigenen vier Wänden. Dies macht es besonders in ländlichen Gebieten schwierig, eine passende Wohnung zu finden. Freie Objekte werden nur sehr selten über Makler oder Zeitungsanzeigen angeboten. In der Regel wird einfach ein Schild „Til leje“ in de Garten gestellt bzw. aufgrund von persönlichen Empfehlungen vermietet. Es ist deshalb ratsam, für den Übergang in eine Ferienwohnung zu ziehen, um dann vor Ort suchen zu können.

Kopenhagen gehört zu den teuersten Städten weltweit. Für ein zentral gelegenes kleineres Appartement werden in jedem Fall mehrere Hundert Euro fällig. Eine Wohnung mit 80 Quadratmetern gibt es in Randlagen für etwa 1.000 Euro kalt. Im Stadtgebiet von Kopenhagen und in bevorzugten Vorortgegenden liegen die Mietpreise noch höher. Günstiger sind Wohnungen in ländlichen Gebieten zu haben. So gibt es in Jütland mit Ausnahme der Städte eine 120 qm Wohnung für durchschnittlich 700 Euro kalt.

Vor einem Umzug nach Dänemark sollten Auswanderer sich ein ausreichendes finanzielles Polster bereitlegen. In den meisten Fällen wird eine Kaution in Höhe von drei Monatsmieten verlangt. Zudem ist eine Vorauszahlung der Miete für sechs Monate keine Seltenheit. Je nach Dauer des Mietvertrags verlangen Vermieter sogar die Miete für volle zwölf Monate im Voraus. Unbefristete Mietverträge wie es sie in Deutschland gibt kommen in Dänemark relativ selten vor.

Eine Einbauküche ist in nahezu allen Mietwohnungen vorhanden. Sehr viele Objekte werden auch komplett möbliert vermietet. Wünscht der Mieter eigene Möbel, muss er sich um deren Unterstellung kümmern und diese nachweisen.

Weitere Lebenshaltungskosten in Dänemark

Dänemark hat die höchsten Lebenhaltungskosten innerhalb der EU. Liegen die Kosten in Deutschland nur knapp über dem EU-Durchschnitt sind diese in Dänemark um rund 40 Prozent höher. Dies liegt unter anderem an der hohen Mehrwertsteuer von 25 Prozent, welche Produkte sehr verteuert. Im Gegenzug werden viele Sozialleistungen über Steuern finanziert und sind für die Bewohner kostenlos.

Besonders teuer sind Zigaretten, Alkohol und technische Geräte. Im Gegenzug sind Gemüse oder frischer Fisch günstiger als hierzulande, wenn man diese auf einem der zahlreichen Wochenmärkte kauft. Die Preise in Supermärkten sind oftmals deutlich höher. Gleiches gilt auch für Fleisch, Kartoffeln, Zwiebeln, Salat und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Wie bei den Mieten gilt auch hier: In Kopenhagen sind die Preise nochmals um einiges höher als in ländlichen Gebieten.

Steuern und Sozialversicherung in Dänemark

Die Sozialversicherung wird in Dänemark fast ausschließlich durch Steuern finanziert. Diese umfasst folgende Leistungen:

  • Krankenversicherung
  • Leistungen bei berufsbedingten Erkrankungen und Arbeitsunfällen
  • Altersrente
  • Beerdigungshilfen
  • Weitere Leistungen für Familien

Die Arbeitslosenversicherung ist im Gegensatz zu Deutschland freiwillig. Arbeitnehmer müssen sich selbst bei der für ihre Berufsgruppe zuständigen Arbeitslosenkasse anmelden. Aufgrund des geltenden Sozialversicherungsabkommens werden die Rentenansprüche aus dem jeweiligen Land gegenseitig anerkannt. Die sogenannte Volksrente erhalten in Dänemark lebenden Personen, unabhängig davon ob sie gearbeitet haben. Die Höhe richtet sich nach den eingezahlten Beträgen und der Einzahlungsdauer. In Dänemark gibt es nur eine Krankenkasse, bei der alle Bewohner automatisch versichert sind. Dabei können sich Versicherte mit zwischen einem Hausarztmodell und einer Variante mit freier Arztwahl entscheiden.

Die Einkommenssteuer besteht aus einer nationalen Steuer, Gemeindesteuer und einem Gesundheitsbeitrag. Im Vergleich zu Deutschland sind die Steuersätze um einiges höher. Der Spitzensteuersatz lag 2015 bei 55,41 Prozent. Im Gegenzug profitieren Bewohner von kostenlosen Leistungen beispielsweise bei der Kinderbetreuung und der Altenpflege.

Tipps zu Behördengängen in Dänemark

Wer in Dänemark eine Arbeit sucht, darf sich bis zu sechs Monate ohne Aufenthaltserlaubnis im Land aufhalten. Diese wird erteilt, sobald der Betreffende eine Erwerbstätigkeit nachweisen kann. EU-Bürger erhalten eine Aufenthaltserlaubnis wenn sie:

  • eine selbstständige oder nicht selbstständige Tätigkeit aufnehmen
  • von ihrem Unternehmen nach Dänemark entsandt werden
  • an einer dänischen Hochschule studieren



Die Aufenthaltsgenehmigung gilt zunächst für fünf Jahre. Das Antragsformular erhält man bei der regionalen Staatsamtsbehörde. Nun können Auswanderer sich bei ihrer Wohngemeinde in Dänemark registrieren lassen. Hierzu wird neben der Aufenthaltsgenehmigung ein gültiger Reisepass oder Personalausweis sowie eventuell noch die Heiratsurkunde vorgelegt. Nach der Registrierung wird eine CPR Nummer sowie eine Krankenversicherungskarte ausgestellt, womit die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch genommen werden können.

Vor der Arbeitsaufnahme muss bei der zuständigen Steuerbehörde eine Steuerkarte, die sogenannte e-Steuerkarte beantragt werden. Wird die Karte bei Arbeitsantritt nicht vorgelegt führt der Arbeitgeber 60 Prozent des Einkommens als Steuer ab. Zu viel gezahlte Steuern können nach Erhalt der Steuerkarte verrechnet werden.