| Spezial:
Entwicklung der Krankenversicherung in Deutschland
Ratings und Tests private Krankenversicherung
– Was wird bewertet und wie sind sie zu lesen?
Ratings bzw. Tests privater Krankenversicherungen
gewinnen mehr und mehr an Bedeutung
Der Umgang mit Ratings ist
für den deutschen Verbraucher eher neu. Vor 1994 wurden
Versicherungsunternehmen in anderer Weise als heute kontrolliert.
Durch eine Änderung bei der Finanzaufsicht ergab sich
eine Deregulierung des Versicherungsmarktes, zudem wurde eine
bisher verordnete Einheitlichkeit der Versicherungsprodukte
aufgehoben. Versicherungsunternehmen unterschieden sich nun
mehr und mehr. Dies machte für den Verbraucher detaillierte
Informationen wichtig, Ratings wurden nachgefragt –
sowohl bezüglich der Produkte als auch der Unternehmen.
Viele Versicherungsverträge laufen eine lange Zeit. Extrem
ist es bei der privaten Krankenversicherung, das kommt schon
einem Bund fürs Leben gleich. Der Verbraucher möchte
natürlich seine Abschlüsse mit einem sicheren und
gutem Gefühl machen. Ein gutes Rating bestärkt ihn
daher, den richtigen Tarif und das richtige Unternehmen gewählt
zu haben. Gute Ratings sind wichtig als Verkaufgrundlage.
Nach einer Studie von Swiss Re sind sich 80% der deutschen
Verbraucher sicher, dass die Ratings gut ausgearbeitet und
recherchiert sind. Über 70% gaben auch an, dass Rating-Ergebnisse
bei der Auswahl des geeigneten Versicherers herangezogen werden
(Quelle: RATINGaktuell 04/2003). Ich wage zu behaupten, es
sind inzwischen noch mehr.
von
Google vorgeschlagene Links zur Krankenversicherung:
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Auch professionelle Analystenmeinungen sind Meinungen
In ein Rating-Ergebnis fließen
viele Analysten-Meinungen mit ein. Auch wenn dies absolute
Fachleute sind, sind deren Meinungen auch Meinungen. Wahrheiten
gibt es da oft keine. Das sollte dem Versicherungsnehmer beim
Betrachten der schönen Werbeunterlagen schon bewusst
sein. Bei map-Report ist schön zu lesen: „Ratings
sind eine Sonderform des journalistischen Kommentars. Sie
bewerten den Gesamteindruck des Unternehmens aus heutiger
Sicht. Deshalb können sie nie objektiv sein. Auch die
Vielfalt der Rating-Kriterien wird bleiben, wie die Vielfalt
journalistischer Meinungen in Kommentaren.“
Noch ein weiteres Zitat. Dieses ist von Gregson Carter (Managing
Director bei Fitch) bezüglich Kritiken zum Q-Rating:
„Teil der Arbeit einer Rating-Agentur ist die Veröffentlichung
einer Meinung. Manche Leute möchten diese Meinung eben
nicht hören.“
Unterschiedliche Versicherungsratings
bzw. Tests
Beim Betrachten von Ratings
sollte klar sein, in welcher Art bewertet wurde. Beim Versicherungsrating
auf dem Sektor privater Krankenversicherungen ist zu unterscheiden:
Das Ratingobjekt – Wird das Unternehmen bewertet oder
ein spezieller, privater Krankenversicherungs-Tarif?
Die Informationsquelle – Werden öffentlich zugängliche
Informationen verarbeitet (Q-Rating bzw. PI Rating (PI= public
information)) oder interne Informationen (interactive Rating)?
Eine Spezialität von
Versicherungsratings ist – ganz anders als bei Tests
von Konsumgütern – dass man von eine Korrelation
von Produkt- und Unternehmensqualität ausgehen kann.
Es ist einfach so, dass ein Versicherungsunternehmen, das
seiner Leistungspflicht nicht entsprechend nachkommt, am Markt
nicht lange bestehen könnte
Q-Ratings bzw. PI-Ratings
sind eine Momentaufnahme, ein Jetzt-Zustand oder sogar schon
eher ein Blick in die Vergangenheit. Nur interactive Ratings
beziehen künftige Entwicklungen mit ein. Betrachtet werden
hier z.B. das Wissen und die Fähigkeiten der Mitarbeiter,
die Qualität der Unternehmensführung, Qualität
von Geschäftsprozessen oder auch die Kraft der Marke.
Der Begriff Rating darf übrigens
nicht mit dem Begriff Ranking verwechselt werden. Bei einem
Ranking gibt es einen 1. Platz, einen 2. Platz, einen 3. Platz
u.s.w.. Bei einem Rating gibt es bestimmte Bewertungsmaßstäbe
und die werden dann mehrmals, ganz nach Erfüllung der
geforderten Kriterien vergeben. Da haben dann z.B. 6 Unternehmen
die Bewertung „sehr gut“ und 2 die Bewertung „gut“.
Ein Vorteil der vielen Tests
ist, dass sowohl Unternehmen, als auch Produkte und Dienstleistungen
von verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden. Er spricht
natürlich schon für ein Unternehmen, nicht nur bei
einer Rating-Agentur gut weg zu kommen. Leider werden die
entsprechenden Werbeunterlagen dann (natürlich) stets
mit sehr wenig Informationen über den jeweiligen Ratingansatz
ausgestattet. Der Kunde muss ein „sehr gut“ einfach
ohne weitere Informationen schlucken. Versicherungskunden
sollten hier durchaus kritisch sein und weitere Informationen
einfordern. Ein Versicherungsberater oder versicherte Makler
kann hier i.d.R. weiterhelfen, verschiedene Testberichte privater
Krankenversicherungen zu analysieren.
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