| Grob
lassen sich die Gesundheitssysteme in Europa in 2 verschiedene
Kategorien einteilen:
- steuerfinanziert: das Gesundheitswesen
des Landes wird über das Steueraufkommen finanziert;
- beitragsfinanziert: das Gesundheitswesen
des Landes wird über Sozialbeiträge finanziert.
Etwas differenzierter
ergibt sich dann folgende Einteilung:
- überwiegend aus Steuermitteln finanziert:
Großbritannien, Irland, Dänemark, Schweden,
Finnland, Portugal
- annähernd zu gleichen Teilen aus
Steuermitteln und Sozialbeiträgen finanziert:
Griechenland, Italien, Spanien
- überwiegend über Sozialversicherungsbeiträge
finanziert:
Deutschland, Belgien, Luxemburg
- fast ausschließlich über
Sozialversicherungsbeiträge finanziert:
Frankreich, Niederlande
Des weiteren kann man sich in den einzelnen Ländern noch
zusätzlich versichern. Auch hier gibt es unterschiedliche
Formen:
Substitut: die
freiwillige Krankenversicherung ersetzt die Pflichtversicherung:
Deutschland, Belgien, Niederlande
Ergänzung: die
freiwillige Krankenversicherung ist eine zusätzliche
Ergänzung zur Pflichtversicherung; d.h. es werden Leistungen
erbracht, die die Pflichtversicherung nicht abdeckt:
z.B. Deutschland, Frankreich, Belgien, Luxemburg
Zusatz: durch
eine zusätzliche freiwillige Krankenversicherung hat
der Versicherte mehr Wahlmöglichkeiten und/oder kürzere
Wartezeiten:
Österreich, Portugal, Großbritannien
Der Markt für die freiwilligen
Versicherungen scheint in den Sozialversicherungsländern
bedeutender zu sein. So umfassten die nominellen Prämieneinnahmen
in diesem Bereich 1999 ca. 40Mrd. Euro.
Im Einzelnen (im Mio. Euro)
- 20094 – Deutschland
- 5290 – Frankreich
- 4884 – Niederlande
Relativ hoch waren sie jedoch
auch noch in Großbritannien mit 3490 und in Spanien
mit 2360.
In den anderen Ländern waren sie folgendermaßen:
- Irland – 660
- Österreich – 1136
- Dänemark – 282
- Finnland – 222
- Luxemburg – 30
- Portugal – 172
- Belgien – 317
- Italien – 1163
- Schweden – 27
Das gewählte Finanzierungssystem beeinflusst auch die
Bereitstellung des ambulanten Leistungsangebotes. So zeigt
sich, dass in Deutschland, Frankreich und den Benelux-Ländern
die sog. extramurale ( extramural - ausserhalb der Krankenhausmauern)
Versorgung hauptsächliche durch niedergelassene Ärzte,
die selbständig tätig sind, sichergestellt wird.
Die ambulante Versorgung wird dagegen in Großbritannien,
Irland, Schweden, Finnland, Dänemark, Griechenland, Italien
Spanien und Portugal durch staatliche Gesundheitsdienste angeboten.
Die unterschiedlichen Gesundheitssystem sind problematisch
hinsichtlich der bestehenden Freizügigkeit innerhalb
der EU. Es gibt daher Bestrebungen, eine Harmonisierung zu
schaffen. Von einem einheitlichen europäischen Gesundheitssystem
sind wir jedoch noch weit entfernt.
Übersicht-Tabellen
der Krankenversicherungssystem in Europa:
| Krankenversicherungssystem
mit privater Voll-Krankenversicherung als Alternative
zur gesetzlichen Krankenversicherung |
| |
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|
In
- Deutschland
- Belgien
- Niederlande
ist der Abschluss einer privaten Krankenversicherung
als Substitut zur gesetzlichen Pflichtversicherung möglich
|
| |
|
| Krankenversicherungssystem
ohne Wahlmöglichkeit einer privaten Voll-Krankenversicherung
(nur Zusatzversicherungen sind möglich als Ergänzung) |
| |
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In
- Frankreich
- Belgien
- Luxemburg
- Österreich
- Portugal
- Großbritannien
ist ein freiwillige private Krankenversicherung abschließbar
welche die Lücken der gesetzlichen Pflichtversicherung
teilweise schließt. |
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| Steuerfinanzierte
Krankenversicherungs-Systeme (in diesen
Ländern wird die Krankenversicherung mit den Steuern
bezahlt, und muss nicht extra abgeführt werden) |
| |
|
- Großbritannien
- Irland
- Dänemark
- Schweden
- Finnland
- Portugal
|
| |
| annähernd
zu gleichen Teilen aus Steuermitteln und Sozialbeiträgen
finanziert |
- Griechenland
- Italien
- Spanien
|
| |
| überwiegend über Sozialversicherungsbeiträge
finanzierte Krankenversicherungs-Systeme |
- Deutschland
- Belgien
- Luxemburg
- Frankreich
- Niederlande
|
Qualität der Gesundheitssysteme
in Europa nach Ländern geordnet:
| Land |
Lebensersw.Männer2002 |
Lebenserw.Frauen |
praktizierendeÄrzte je 100.000 Einwohner |
Kosten des Gesundheitswesens in % des BIP |
KH-Betten je 100.000 Einwohner |
Anteil Personen über 65 in % |
| Schweiz |
77,8 |
83,0 |
362 |
10,7 |
596,1 |
15,5 |
|
zur
Detailbeschreibung - Schweiz
|
|
|
| Deutschland |
75,4 |
81,2 |
336 |
10,6 |
901,9 |
17,5 |
| Norwegen |
76,4 |
81,5 |
364 |
7,8 |
380,8 |
14,8 |
| Österreich |
75,8 |
81,7 |
333 |
8,0 |
853,6 |
15,5 |
|
Krankenversicherung
in Österreich - Gesundheitswesen - Details
|
|
|
| GB |
75,9 |
80,5 |
160 |
7,3 |
407,6 |
15,6 |
|
Krankenversicherung
in England - Details
|
| Ungarn |
68,4 |
76,7 |
319 |
6,8 |
806,3 |
15,4 |
| Polen |
70,4 |
78,7 |
224 |
6,0 |
717,5 |
12,8 |
| Griechenland |
75,4 |
80,7 |
451 |
8,3 |
487,9 |
17,3 |
| Belgien |
75,1 |
81,1 |
448 |
8,7 |
711,6 |
17,0 |
| Dänemark |
74,8 |
79,5 |
365 |
8,3 |
422,6 |
14,8 |
|
zur
Detailbeschreibung Dänemark
|
|
|
| Finnland |
74,9 |
81,5 |
316 |
6,6 |
747,8 |
15,3 |
| Frankreich |
75,8 |
83,0 |
333 |
9,5 |
820,6 |
16,3 |
|
zur
Detailbeschreibung - Frankreich
|
|
|
| Irland |
75,2 |
80,3 |
238 |
6,7 |
983,6 |
11,1 |
| Italien |
76,8 |
82,9 |
607 |
8,1 |
455,1 |
18,2 |
|
zur
Detailbeschreibung - Krankenversicherung in Italien
|
|
|
| Luxemburg |
74,9 |
81,5 |
259 |
5,8 |
651,7 |
14,0 |
| Tschech.Republik |
72,1 |
78,7 |
350 |
7,2 |
1095,8 |
13,9 |
| |
|
|
|
|
|
|
| |
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