Jobs im Ausland

Arbeiten im Ausland - Flaggen Europa

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Immer mehr Menschen möchten sich den Wunsch erfüllen, im Ausland zu leben und zu arbeiten. Innerhalb der Europäischen Union gibt es das Grundrecht auf Freizügigkeit, welches jedem EU-Bürger erlaubt, in einem anderen EU-Mitgliedsstaat eine Arbeit aufzunehmen.

Hinweis: Unter dem Artikel finden Sie weitere hilfreiche Jobslinks für Europa.

Ganz so einfach ist die Jobsuche im Ausland letztendlich doch nicht, es sei denn, man holt sich im Vorfeld genügend Informationen über die Arbeit in seinem Wunschland ein. Dazu gehören beispielsweise Aspekte wie die Krankenversicherung, die Rentenansprüche, die Steuern oder das Sozialsystem des Zielstaates. Hier erfahren Sie alles, was Sie über Arbeitssuche und -aufnahme innerhalb der Europäischen Union wissen müssen.




Wer kann im Ausland arbeiten?

In der Europäischen Union gilt bezüglich der Arbeitsaufnahme das europäische Gemeinschaftsrecht, genauer gesagt das Grundrecht auf Freizügigkeit. Arbeitnehmer, Selbstständige, Studenten, Rentner und weitere Personengruppen dürfen jederzeit eine Arbeit in einem anderen EU-Mitgliedsstaat aufnehmen und mit ihrer Familie dort wohnhaft werden. Die einzige Voraussetzung ist der Besitz eines gültigen Personalausweises oder Reisepasses. Das Arbeitsrecht gilt nicht nur für die Staaten der EU, sondern auch für Mitglieder des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR), sofern der Arbeitssuchende Staatsbürger eines der Mitgliedsländer ist.

Das Grundrecht auf Freizügigkeit sieht allerdings nur eine garantierte Aufenthaltsgenehmigung von drei Monaten vor. Wer länger als drei Monate in einem leben möchte, muss in der Regel eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Die einzelnen Länder haben einen gewissen Spielraum für die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis. Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind oder bestimmte Versicherungen nicht vorweisen können, dürfen vom Einreiseland nach drei Monaten abgewiesen werden. In den allermeisten Fällen wird die Aufenthaltserlaubnis ohne besondere Bedingungen erteilt, wenn man krankenversichert ist und ein regelmäßiges Einkommen erzielt. Wer kurz vor Antragsstellung einen Arbeitsvertrag unterschrieben und noch kein Gehalt bezogen hat, darf in der Regel ebenfalls bleiben.

Anerkennung beruflicher Ausbildung und Qualifikation

Generell werden innerhalb der EU erworbene Qualifikationen, Ausbildungen und akademische Abschlüsse von jedem anderen Mitgliedsstaat anerkannt. Allerdings gibt es auch die Gruppe der reglementierten Berufe. Reglementierte Berufe sind Berufe, die eine ganz spezifische Qualifikation voraussetzen. Zu diesen Berufen gehören unter anderem Ärzte, Architekten, Apotheker, Anwälte oder Lehrer. Es gilt zu eruieren, ob eine Anerkennung im Gastland beantragt werden muss oder nicht. Obwohl die EU Richtlinien festgelegt hat, nach der die Ausbildung für bestimmte Berufe europaweit vereinheitlicht werden soll, gibt es immer noch regionale Unterschiede, die für die Berufsausübung relevant sein können.

Wichtig:
Wer einen nicht reglementierten Beruf ausüben möchte, kann sich im EU-Ausland frei bewerben. Hier entscheiden in der Regel einzig die Arbeitgeber, ob der Bewerber für die Stelle qualifiziert ist. Dabei gilt, dass alle Bürger der Europäischen Union gleich behandelt werden müssen. Bewerber aus anderen Mitgliedsstaaten dürfen bei der Stellenbesetzung weder bevorzugt noch nachrangig behandelt werden.

Arbeitssuche in anderen EU-Mitgliedsstaaten

Job in Europa

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Wie die Jobsuche auf dem heimischen Arbeitsmarkt funktioniert, ist sicher hinlänglich bekannt. Neben der Bundesagentur für Arbeit gibt es noch zahlreiche andere Anlaufstellen und Internetportale für die Jobvermittlung. Auch die Websites der meisten, vor allem der großen, Unternehmen, haben eigene Bereiche, in denen man sich über mögliche Arbeitsplätze und Karrieremöglichkeiten informieren kann.

Die Arbeitssuche im Ausland funktioniert im Grunde genauso, man muss nur wissen, wo man suchen muss. Auch für Menschen, die im Ausland eine Stelle annehmen möchten, ist die Bundesagentur für Arbeit ein guter Ansprechpartner. So gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit eine Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV), welche ein reichhaltiges Informationsangebot bietet und eng mit Partnern im Ausland zusammenarbeitet. Neben Informationen über mögliche Stellenangebote bietet die ZAV auch Beratungen rund ums Leben und Arbeiten im Ausland an.

Eine weitere Anlaufstelle ist „Das Europäische Portal Zur Beruflichen Mobilität“ EURES. Auch dort findet man reichlich Informationsmaterial und zudem eine internationale Stellenbörse. Natürlich kann man sich auch an Behörden und Arbeitsvermittler direkt im gewünschten Zielland wenden. Gleiches gilt für Onlineportale, die sich auf die Arbeitsvermittlung in bestimmten Ländern spezialisiert haben.

Tipps zur Bewerbung im Ausland




Vor der Bewerbung sollte man sich über kulturelle Unterschiede von Heimat- und Zielland informieren, da zum Beispiel in der Heimat übliche Formulierungen oder Grußfloskeln im Ausland als unhöflich empfunden werden könnten. Zudem sollte man sich über die Arbeitskonditionen im Zielland informieren, damit man mit realistischen Gehalts- und Arbeitszeitvorstellungen an die Unternehmen herantreten kann.

Die Bewerbung sollte, sofern nicht ausdrücklich anders gewünscht, in der jeweiligen Landessprache verfasst werden. Dabei kommt es auch darauf an zu vermitteln, woher man seine Sprachkenntnisse hat. Wer zum Beispiel ein Jahr lang im Zielland studiert hat, sollte die Sprache eigentlich beherrschen. Hat man erst vor einigen Monaten mit einem Sprachkurs angefangen und drückt sich in der Landessprache halbwegs verständlich aus, verzeihen einem die Personaler normalerweise den einen oder anderen Fehler.

Das Bewerbungsverfahren läuft vom Grundprinzip her in jedem Land der EU gleich ab. Überall erwartet man ein Anschreiben mit Lebenslauf. Letzterer sollte idealerweise als Europass Lebenslauf vorliegen. Weitere Informationen und Beispiele für den Europass Lebenslauf gibt es beispielsweise unter http://www.europass-info.de/dokumente/lebenslauf/

Grundsicherung im sozialen System

Im Ausland zu arbeiten bedeutet meist mehr, als nur ins Büro auf der anderen Seite der Grenze zu fahren, zu arbeiten und anschließend wieder zurück ins Heimatland zu fahren. Wer in so einer Situation ist, kann in den meisten Fällen wählen, wo er sich sozial- oder krankenversichert. Doch besonders bei längeren Auslandsaufenthalten stellt sich die Frage, welches Land zum Beispiel für die Rentenversicherung zuständig ist und wo welche Steuern gezahlt werden müssen.

Krankenversicherung und soziale Absicherung

In Europa gibt es kein einheitliches Sozialsystem. Jedes Land hat seine eigenen Regeln, was beispielsweise das Kernthema Krankenversicherung angeht. Auf der sicheren Seite sind Menschen mit einer privaten Krankenversicherung (PKV). Der Großteil aller privaten Krankenversicherungen ist europaweit gültig.

Allerdings ist es auch möglich, dass man nach einer bestimmten Aufenthaltszeit eine regionale Krankenversicherung abschließen muss, wie es Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in der Regel tun müssen. Ausnahmen gibt es hier für Geringverdiener, deren Einkommen unterhalb der Sozialversicherungsgrenze liegt.

In der Regel hat man Anspruch auf die Leistungen des Sozialsystems des Landes, in dem man arbeitet. Das bedeutet, dass normalerweise jeder, der seinen Arbeitssitz im Ausland hat, auch in die dortigen Sozialkassen einzahlt und Ansprüche auf Leistungen aus eben dieser hat. Ausgenommen sind Personen, die in mehreren Ländern berufstätig sind. In diesem Fall greift schlicht das Sozialsystem des Landes, in dem sich der Hauptwohnsitz befindet.

Steuern im Ausland

Wo welche Steuern zu zahlen sind, ist in Europa nicht allgemeingültig geregelt. Wer im Ausland wohnt und arbeitet, zahlt üblicherweise auch dort seine Steuern. Komplizierter wird es, wenn in mehreren Ländern Einkommen erzielt wird oder man in einem Land wohnt, aber auf der anderen Seite der Grenze arbeitet.

Die europäischen Staaten haben untereinander diverse Doppelbesteuerungsabkommen ausgehandelt, in denen sie festgelegt haben, unter welchen Umständen in welchem Land Steuern gezahlt werden müssen. Damit soll verhindert werden, dass ein EU-Bürger die gleiche Steuer in mehreren Ländern zahlen muss. Man sollte sich rechtzeitig informieren, wie die Regelungen zwischen den beteiligten Ländern aussehen. Ebenfalls empfehlenswert ist es, sich regelmäßig über mögliche Änderungen zu informieren. In den meisten Fällen ist man aber in dem Land steuerpflichtig, in dem man sich im Jahr am längsten aufhält, da dieses Land den Lebensmittelpunkt darstellt.

Rente während der Arbeit im Ausland

Derzeit hat man in jedem Land Anspruch auf Rentenzahlungen, in dem man in die Rentenkasse eingezahlt hat. Wer also beispielsweise alle paar Jahre das Arbeitsland wechselt und in das dortige Rentensystem einzahlt, kann in jedem Land auch Rentenleistungen beantragen. Ausgezahlt wird natürlich nicht die volle Rente, sondern nur den Anteil für die Jahre, in denen eingezahlt wurde. Für die Auszahlung gelten die Voraussetzungen des jeweiligen Landes, zum Beispiel das Mindestrenteneintrittsalter.

Ansprüche hat man in einem Land nur, wenn man mindestens ein Jahr lang fort eingezahlt hat. Verlässt man das Land nach 11 Monaten wieder, geht der Rentenanspruch allerdings nicht verloren, sondern werden von dem Land, in dessen Kassen man zuletzt eingezahlt hat, übernommen.

Weiterführende internationale Joblinks:

http://www.adsjob.com (Jobportal für Gastro und Hotelgewerbe in Deutschland, Schweiz und Österreich

http://www.jobrank.org (international Jobbörse)

http://www.sciencemag.org/careers

http://www.go4constructionjobs.com/de/index.php (Internationale Jobs im Baugewerbe)

http://ec.europa.eu/social/home.jsp?langId=de (Jobs und Soziales der Europäischen Kommision)

http://www.euni.de/? (Jobportal für Akademiker und Studenten)

http://www.hoteljob-international.de (Internationale Jobs im Hotelgewerbe)

https://www.eurojobs.com (Internationales Jobportal)